Yangon

Yangon – zwischen Vergangenheit und Moderne

Am Sonntag bin ich von Yangon zurück nach Bangkok geflogen. Der Abschied von Myanmar ist mir durchaus schwer gefallen, denn dieses Land hat mich so in seinem Bann gezogen, dass ich es durchaus als das schönste Land meiner bisherigen Reise bezeichnen würde.

Ankunft

Auf die Ankunft in Myanmar kann einen wohl niemand richtig vorbereiten. Ich bin von Bangkok nach Yangon geflogen und habe mir mit 2 anderen aus dem Flieger ein Taxi (8000 Kyat – 5,63€) in die Stadt geteilt. Schon im Taxi fallen die ersten Unterschiede auf. Das Lenkrad ist auf der rechten Seite, gefahren wird jedoch auch rechts. Es ist heiß, staubig und es wird gehupt, was das Zeug hält. Was ebenfalls direkt auffällt ist die Kleidung – Männer und Frauen tragen einen „Rock“. Dieser nennt sich Longhi und wird nach Geschlecht unterschiedlich gebunden. Er ist das traditionelle Kleidungsstück der Burmesen. Männer tragen dazu einfach T-Shirt. Frauen wunderschöne farblich passende enge Blusen.

Auf dem Weg passieren wir bereits die berühmte Shwedagon Pagode und staunen alle aus dem Fenster. Umso weiter wir ins Stadtzentrum kommen, umso mehr nimmt der Verkehr zu. Tausende Autos und Busse, die ihren Dienst bereits in anderen Ländern getan haben, schlängeln sich durch die Straßen. Eines fällt auf: Es ist kein einziger Motorroller zu sehen. Warum genau das so ist, ist nicht 100% klar. Es heißt jedoch, dass Motorräder und Motorroller von einem Militärgeneral verboten wurden, nachdem eines in seinen Wagen gekracht ist. Jeder erzählt die Geschichte etwas anders.

Rein ins Getümmel

Nach der Ankunft im Hostel (Four Rivers Hostel – 8€/Nacht) geht es direkt raus auf die Straße. Alle Bürgersteige sind voll mit Marktständen und Auslagen, die von Obst/Gemüse, Werkzeugen bis hin zum Motor alles verkaufen. Frauen erledigen den täglichen Einkauf, Männer sitzen in Teehäusern und schlürfen traditionellen süßen Milchtee.

Thanakha YangonAlle Frauen und Kinder tragen eine gelbe Paste im Gesicht. Frauen meist nur auf den Wangen, Kinder oft im gesamten Gesicht. Diese Paste wird Thanakha genannt – es ist ein natürlicher Schutz vor Sonne und Hitze. Außerdem das Beauty Geheimnis der Burmesinnen. Ich dachte es schadet nicht, das mal auszuprobieren.

Yangon erinnert mich an eine Mischung aus Thailand und was ich bisher über Indien gesehen habe. Es ist teilweise modern, der Großteil jedoch sehr traditionell, den ganzen Morgen treffe ich keine weiteren Touristen. Dazu ist es laut, durcheinander und Hitze und Staub machen es mir schwer, mich durch die Stadt zu bewegen. Es ist alles bestimmt vom Leben der Locals. Ich genieße es nicht die übliche Touristenkleidung zu sehen. Alle Verkaufsstände sind tatsächlich für die Einheimischen. Ich werde viel angestarrt, Menschen winken mir zu, Kinder starren und winken. Jugendliche rufen mir schüchtern „Hi“ hinterher und ich genieße diese Wunderwelt abseits vom Mainstream.

Was leider unüberhörbar ist, ist das kontinuierliche Rotz- bzw. Spuckgeräusch und blutrote Flecken auf dem Boden. Beides stammt von Betelnüssen, die hier vom Großteil der Bevölkerung den ganzen Tag gekaut und dann ausgespuckt werden. Sie sollen eine berauschende Wirkung haben, gegen Müdigkeit helfen und machen hochgradig abhängig. Das habe ich nicht probiert, war mir dann doch etwas zu heikel.

Sehenswürdigkeiten

Yangon

Am zweiten Tag nehme ich den Circle Train, um mich mit einer Höchstgeschwindigkeit von ca. 38km/h in 3 Stunden um ganz Yangon fahren zu lassen. Der ganze Spaß kostet mich 200 Kyat, was ca. 14 Cent entspricht. Der Zug ist definitiv eine Erfahrung für sich. Er rumpelt los und ich fliege von Links nach Rechts.

Um mich herum Frauen und Männer, die ihre Waren von A nach B transportieren oder sie direkt im Zug verkaufen. Babys schlafen auf dem Schoß ihrer Mütter, ein paar Halbstarke üben sich im Armdrücken und langsam verlassen wir die Stadt.

Hochhäuser werden zu Bambushütten, Feldern, Märkten und es wird deutlich, dass hier kein Luxus mehr zu finden ist. Als meine Runde nach 3 Stunden beendet ist, entlässt mich der Zug in die brütende Mittagshitze und ich brauche erst mal etwas zu essen.

 

 

YangonIn Myanmar gibt es sehr viel indisches und nepalesisches Essen und es schmeckt einfach nur fantastisch. Laut diversen Reiseführern hat Myanmar ein großes Problem, was die Lebensmittelhygiene angeht und Lebensmittelvergiftungen nicht selten macht. Dazu kann ich nicht wirklich etwas sagen. Ich habe auf nichts verzichtet – sobald der Straßenstand lecker aussah, habe ich dort auch etwas gegessen. Habe Obst, Gemüse und Eis ohne Probleme gegessen. Ich hatte einen Tag, an dem mein Bauch nicht wirklich fit war, aber ob das am Essen lag kann ich nicht sagen.

 

Yangon

Gegen 15 Uhr mache ich mich auf den Weg zur Shwedagon Pagode, um den Sonnenuntergang und die Pagode im Dunkeln zu sehen. Ich unterschätze den Weg etwas und bin ca. 40min zu Fuß unterwegs (3,5km). Am Eingang der Pagode werden mir erst einmal 8000 Kyat (5,63€) Eintritt abgenommen und die Schuhe müssen natürlich aus. Das bin ich von den letzten Monaten bereits gewohnt. Zur Pagode geht es mit einer goldenen Rolltreppe und oben erwartet mich die glänzend goldene Pagode mit zahlreichen Tempeln und Buddha Statuen rundherum. Es sieht wunderschön aus, als die untergehende Sonne alles in rötliches Licht taucht und langsam die Beleuchtung der Pagode angeht. Das Bild bei völliger Dunkelheit ist einfach magisch.

 

 

 

 

 

Nach 2 Tagen Yangon geht es weiter nach Bagan. Hierfür nehmen wir einen Overnight Bus, der sich auf ca. 13,30€ beläuft. Wieso Bagan mich unglaublich verzaubert hat, liest du bereits hier.

Warst du schon in Yangon oder möchtest du einmal dorthin reisen?

Das könnte dir ebenfalls gefallen

LEAVE A COMMENT

Wer schreibt hier?

Monya

Monya

Hi, ich bin Monya! Ängsteüberwinderin, Lebensliebhaberin und mit etwas Verrücktheit auf dem Weg zu meinem Glück. Ich bin hier, um dich auf meinem Weg mitzunehmen und dir durch eine Prise Verrücktheit zu deinem Glück zu verhelfen.

Glückspost

Melde dich zur Glückspost an!

Folge mir auf Facebook

Instagram Slider