Generation Y

Generation Y – Verdammt ich gehör dazu!

Generation Y.

An jeder Ecke ist davon die Rede. Bücher wie „Generation beziehungsunfähig“ von Michael Nast machen es zum alltäglichen Thema und jeder erkennt sich zumindest ein stückweit wieder.

Wir leben in einer Welt in der unser größtes Luxusproblem zu viele Möglichkeiten sind. Ich möchte frei sein, ungebunden, machen was ich möchte. Meine Berufung finden. Einer Arbeit nachgehen, die mich erfüllt und trotzdem genügend Freiheit mitbringt. Ich will reisen und alles sehen. Trotz allem will ich jemanden, der mir über den Kopf streichelt und sagt „das wird schon wieder“, der sich um mich kümmert, mir Nähe und Geborgenheit gibt – aber natürlich will ich trotzdem noch das machen was ich möchte. Sich für jemanden einschränken? No way.

Ich bin Generation Y par excellence. Wann ich das gemerkt habe?

Gerade mittendrin in einer schwierigen Zeit zwischen Beziehung oder keiner Beziehung. Ich werde bald reisen gehen, open end. Wie sich das für die Generation Y gehört, denn Endlichkeit und Einschränkungen sind nicht unser Ding.

Was hat diese Generation nur mit uns gemacht?

Allein der Gedanke an die unendlichen Möglichkeiten stresst mich manchmal. Ich könnte ja irgendetwas verpassen. Will ich reisen? Mir gleichzeitig etwas aufbauen? Lieber Freiwilligenarbeit leisten und anderen helfen? Oder die Zeit einfach genießen? Wie soll man sich in einer Welt und Zeit in der alles möglich ist entscheiden?

Wir wollen am besten alles auf einmal und das schlimmste sind Entscheidungen.

Ganz tief in uns ist noch der Wunsch nach Familie. Beständigkeit. Der eine Traumprinz auf dem weißen Pferd. Der alles perfekt macht und uns einfängt. Aber hei, Familie, Haus und ein schickes Auto? Viel zu old school. Das genügt unserer Generation längst nicht mehr.

Beziehungen? Entweder kategorisch nein oder ja bitte, aber Beziehung heißt schon, dass ich weiterhin mein Ding machen kann? Dafür gibt es doch das neuste Beziehungskonstrukt: Mingles. Zwar zusammen, aber doch jeder für sich. Kuscheln auf dem Sofa, gemeinsames Kochen? Gerne! Die schönen Seiten einer Beziehung nimmt man gerne mit. Aber die Verantwortung, Gebundenheit, Commitment für den anderen? Viel zu festgelegt.

Ich wünsche mir oft diese Altmodischkeit zurück. Dass ein Kuss noch wirklich etwas bedeutet. Dass Familien komplett sind. Das Beständigkeit einen Wert hat und nicht verpönt ist.

Warum ich mir das wünsche, obwohl ich genauso unbeständig, planlos und freiheitsliebend bin? Weil es einem Sicherheit im Leben gibt. Einen Anker und vielleicht einen Plan für die nächste Zeit. Zumindest ein paar Möglichkeiten weniger, was vielleicht gar nicht so schlecht ist. Denn mich verwirren diese unendlichen Möglichkeiten nur mehr, als dass sie mir ein Freiheitsgefühl geben.

Ich fühle mich fast bedrängt davon, dass alles möglich ist. ALLES. Festanstellung, Freiberuflichkeit, Reisen, fester Wohnsitz, Oneway-Ticktes, 9to5, digitaler Nomade werden, um die Welt reisen, in Thailand hängen bleiben.

Und diese Unendlichkeit beschränkt sich nicht nur auf Job- oder Wohnortswahl.

Auch in der Liebe bzw. bei der Partnersuche trifft dieses Phänomen zu. Wow der große Kerl mit den blauen Augen oder doch lieber der mit dem Hipsterbart? Wir könnten ja jemanden verpassen, der noch schöner, schlauer, reicher, liebevoller, durchtrainierter, besser zu uns passend ist, als das was wir gerade haben.

Manchmal frag ich mich, ob das irgendwann aufhört.

Wo wir die Dankbarkeit für die Dinge finden, die wir bereits haben.

Ich versuch mich Stück für Stück zu meinem Plan fürs Leben zu hangeln. Auch wenn das in letzter Zeit ein paar Umwege gekostet hat.

Irgendwie glaube ich an das Zitat von Oscar Wilde:

„Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.“

In letzter Zeit nehme ich mir immer öfter die Zeit darüber nachzudenken, wofür ich dankbar bin. Was ich an meinem Leben schätze und oft schreibe ich es auf. Quasi wie ein Dankbarkeitstagebuch. Sehr, sehr oft habe ich schon bemerkt, wie unfassbar gut es mir geht und dass zum Glück nur zu viele Möglichkeiten eines meiner größten Probleme sind.

Merkst du auch, dass du zur Generation Y gehörst? Wann wird es dir besonders bewusst?

Ich freu mich auf deinen Kommentar!

Signatur Blog Klein

Das könnte dir ebenfalls gefallen

8 Comments

  • Sabrina
    12. Juli 2016 at 6:14

    Bei mir ist es momentan so: Mir sind die Möglichkeiten im Job bewusst und da fällt es mir schwer mich zu entscheiden, weil ich so viel kann.
    Ich mag im Job etwas haben das passt. Partnerschaftlich kann es immer jemanden geben der besser passt, aber das ich nicht mein Hauptanspruch an eine Beziehung. Der ist nur, dass eine Person gemeinsam mit mir an der Beziehung arbeitet und wachsen will. Würde die Person nicht. Wachsen wollen würde die Beziehung irgendwann nicht funktionieren, aber ich denke ich habe jemanden gefunden und ich kann mir das langfristig vorstellen.
    Davor konnte ich das auch schon mal, jedoch war diese Person scheinbar nicht bedingungsfähig und hat von einen auf den anderen Tag Schluss gemacht, weil ich zu nahe kam. Und auf das habe ich keine Lust mehr. Ich komme gut damit klar räumlich getrennt zu sein, wenns nicht für immer ist. Ich versuche meinwm Partner alle Freiheiten zu lassen, aber brauche doch Beständigkeit.

    LG
    Sabrina

    • Monya
      Monya
      12. Juli 2016 at 19:24

      Liebe Sabrina,
      vielen Dank für deine Sichtweise 🙂
      Ich denke im Job etwas haben zu wollen, das passt, ist total verständlich. Wir verbringen schließlich den Großteil unserer Zeit dort.
      Einerseits mit dem, was wir tun und natürlich auch mit den Menschen dort. Aber ich finde an sich ist es doch eine super Ausgangslage, dass du viel kannst und deswegen auch viele Optionen hast! Ich denke da hilft vor allem abwägen und auch mit anderen darüber zu sprechen.
      Oft kristallisiert sich dann heraus, was man möchte. Gerne kannst du mir auch eine Mail schicken und ich unterstütze dich bei deiner Entscheidung.

      Was die Partnersuche angeht: Herzlichen Glückwunsch! Ich würde auch so gerne sagen können, dass ich jemanden gefunden habe, bei dem es passt.
      Bisher geht es mir da eher, wie dir bisher. Viel Ärger, viel Schmerz, aber ich glaube fest dran, am Ende wird alles gut, auch wenn das Glück ein paar Umwege nimmt 🙂
      Ich denke auch, dass wichtigste ist, dass beide in der Beziehung gemeinsam wachsen wollen und nicht nur einer versucht an der Beziehung zu arbeiten, während der Andere die Beine hochlegt und erst merkt, dass er etwas hätte tun müssen, wenn es bereits zu spät ist.

      Ich denke wenn es funktioniert, dass jeder Freiheit für sich hat und man doch gemeinsam durchs Leben geht und auf den Anderen bauen kann, dann kann es nichts schöneres im Leben geben.

      Liebe Grüße,
      Monya

  • Christine
    12. Juli 2016 at 7:02

    Ich finde das hast du gut auf den Punkt gebracht. Ich gehöre alterstechnisch eigentlich nicht zur Generation Y, aber vom Kopf her schon 🙂 es ist wirklich so, dass die Möglichkeiten uns ein klassisches Leben verwehren, aber irgendwie ist das auch gut so. Wir haben nur dieses eine Leben, also nutzt eure Chancen auf ein erfülltes „Dasein“

    Liebe Grüße von Christine
    von http://pretty-you.de

    • Monya
      Monya
      12. Juli 2016 at 19:29

      Hi Christine,
      ja ich denke du hast recht – Generation Y wird das klassische Leben verändern. Aber irgendwie habe ich Angst, dass am Ende eine ganze Generation ohne Familien dasitzt, weil keiner von uns sich binden wollte 😀
      Ich finde man sollte auf jeden Fall versuchen, seine Chancen zu nutzen und auch wertzuschätzen. Denn wie du sagst, wir haben nur dieses eine Leben und viele haben nicht die Möglichkeiten, die wir haben.

      Hihi, ich denke du darfst gerne zu Generation Y gehören, wenn auch nur vom Kopf her 🙂
      Fühl dich hier willkommen!

      Monya

  • Maureen
    12. Juli 2016 at 8:34

    Hello 😀
    Oh ja, die liebe Generation Y. Ich habe es gemerkt, als ich eine Absage zu einem Praktikum bekommen habe, mit der Begründung, mir fehle die Erfahrung. Ab da wusste ich, ich müsste mir 10 Praktika erkämpfen (die gar nicht so einfach zu bekommen sind, wegen der Erfahrung, die ich ja auch sonst nicht sammeln kann?!), bevor ich mich an eine Festanstellung auf meinem Gebiet wage.
    Und jetzt hänge ich voll drin: altes Auto, Studium beendet, erstmal jobben, dann Freiwilliges Jahr und in den wenigen Urlaubstagen reisen – dafür darf ich schonmal das Sparen beginnen. Ich würde wahnsinnig gerne ans Nordkap wandern und dann die Welt bereisen. Mein Instagram Account füllt sich immer mehr und mein Zimmer ist komplett aus eigener Kraft renoviert worden.
    Aber ich wehre mich nicht. Irgendwie fühle ich mich sogar sehr wohl in dieser Unbeständigkeit.

    Liebe Grüßle
    Maureen von You Can Girl

    • Monya
      Monya
      12. Juli 2016 at 19:34

      Hi Maureen,

      wow das klingt gerade auch alles sehr unbeständig und nach Achterbahn bei dir!

      Ich finde es toll, dass du akzeptiert hast, dass es gerade leider nicht der einfache Weg ist und dass du dich Stück vor Stück vorwärts hangelst. Ich denke vor allem ein Berufseinstieg ist nicht wirklich einfach (wobei ich nicht jammern darf) und vor allem diese neue Praktika-Kultur ist mehr als ermüdend. Am Ende beschweren sich alle, dass man mit 30 nur Praktika gemacht hat und noch nie ne Festanstellung hatte.

      Ich denke, deine Pläne und Ziele machen es dir einfacher durchzuhalten und hei, jedes neue Bild bei Instagram ist doch schon ein kleiner Erfolg. Jeder noch so kleine Ort, den du noch nicht kanntest, ist ja auch ein Stück von der Welt 🙂
      DU wirst deinen Weg finden und ich bin mir ganz sicher: Ans Nordkap wandern 🙂

      Schreib mir doch auch gerne eine Mail, ich würde gerne mehr über deine Achterbahn erfahren 🙂

      Liebe Grüße,
      Monya

  • Tabea
    13. Juli 2016 at 11:27

    Interessanter Artikel! Ich habe auch längere Zeit immer sehr kategorisch ausgeschlossen, dass ich zur Generation Y gehöre. Aber in dem Artikel erkenne ich mich sehr gut wieder. Vor allem das Entscheiden und Festlegen fällt mir oft sehr schwer 😉

    Liebe Grüße
    Tabea
    https://bytabea.wordpress.com/

    • Monya
      Monya
      17. Juli 2016 at 18:20

      Hi Tabea,
      vielen Dank 🙂 Es freut mich, dass du dich wiedererkennst.
      Entscheiden und Festlegen sind wirklich schwere Tätigkeiten, da kann ich dich sehr gut verstehen.
      Zumindest bei größeren Entscheidungen finde ich die klassische Pro und Contra Liste immer noch sehr gut – beim Thema Festlegen finde ich, dass es leichter wird, wenn man es einfach langsam angeht und schaut ob es zu einem passt oder nicht.

      Liebe Grüße,
      Monya 🙂

LEAVE A COMMENT

Wer schreibt hier?

Monya

Monya

Hi, ich bin Monya! Ängsteüberwinderin, Lebensliebhaberin und mit etwas Verrücktheit auf dem Weg zu meinem Glück. Ich bin hier, um dich auf meinem Weg mitzunehmen und dir durch eine Prise Verrücktheit zu deinem Glück zu verhelfen.

Glückspost

Melde dich zur Glückspost an!

Folge mir auf Facebook

Instagram Slider